Gesundheit
Leishmaniose beim Hund
Was Hundehalter über Symptome, Behandlung und die passende Ernährung wissen sollten

Leishmaniose ist weit mehr als eine typische „Mittelmeerkrankheit“. Eine Infektion kann bei Hunden ganz unterschiedlich verlaufen – von völlig unauffällig bis hin zu einer ernsthaften Erkrankung, bei der auch innere Organe betroffen sein können. Was bedeutet das für die Behandlung, die Ernährung und den Alltag mit einem betroffenen Hund? Und warum spielen dabei ausgerechnet Purine und Allopurinol eine wichtige Rolle?
Das Wichtigste auf einen Blick
- Leishmaniose wird überwiegend durch Sandmücken übertragen und kommt vor allem in den Mittelmeerregionen vor.
- Eine Infektion bedeutet nicht automatisch, dass ein Hund erkrankt. Manche Hunde bleiben über lange Zeit ohne erkennbare Symptome.
- Die Erkrankung kann jedoch verschiedene Organe betreffen – insbesondere die Nieren – und sollte deshalb tierärztlich begleitet werden.
- Die Behandlung ist häufig langfristig. Allopurinol spielt dabei eine wichtige Rolle und macht auch die Ernährung besonders relevant.
- Eine passende Ernährung heilt die Leishmaniose nicht, kann die Behandlung aber sinnvoll unterstützen und muss an den individuellen Gesundheitszustand des Hundes angepasst werden.
- Eine pauschale „Leishmaniose-Diät“ gibt es nicht: Was sinnvoll ist, hängt unter anderem von Medikamenten, Nierenfunktion und dem allgemeinen Gesundheitszustand ab.
Was ist Leishmaniose eigentlich?
Leishmaniose ist eine Infektionskrankheit, die durch einzellige Parasiten der Gattung Leishmania verursacht wird. Beim Hund ist in Europa vor allem Leishmania infantum von Bedeutung.
Nach der Infektion können sich die Parasiten über Lymphe und Blut im Körper ausbreiten und unter anderem Lymphknoten, Milz, Leber, Knochenmark und Haut betreffen. Ob daraus tatsächlich eine Erkrankung entsteht und wie schwer diese verläuft, hängt wesentlich von der individuellen Immunantwort des Hundes ab.
Das ist ein wichtiger Punkt: Ein Hund kann mit Leishmania infantum infiziert sein, ohne erkennbare Krankheitssymptome zu zeigen. Andere Hunde entwickeln dagegen im Laufe der Zeit deutliche klinische Beschwerden. Eine nachgewiesene Infektion und eine manifeste Leishmaniose sind deshalb nicht immer dasselbe.
Die Infektion kann zudem lange unbemerkt bleiben. Klinische Symptome können erst Monate oder sogar Jahre nach der Infektion auftreten.
Wie wird Leishmaniose übertragen?
Der wichtigste Übertragungsweg der caninen Leishmaniose ist der Stich infizierter Sandmücken (Phlebotomus). Sie nehmen die Parasiten beim Blutsaugen an einem infizierten Tier auf und können sie beim nächsten Stich auf einen anderen Hund übertragen.
Sandmücken kommen vor allem in den Mittelmeerregionen und anderen warmen Gebieten vor. Deshalb besteht für Hunde, die dort leben oder mit ihren Haltern dorthin reisen, ein erhöhtes Infektionsrisiko.
Neben der Übertragung durch Sandmücken sind weitere Übertragungswege beschrieben. Dazu gehören die Übertragung von der Hündin auf ihre Welpen, sexuelle Übertragung und die Übertragung durch Bluttransfusionen. Diese spielen im Vergleich zur Sandmücke jedoch eine deutlich geringere Rolle.

Welche Symptome können auftreten?
Leishmaniose kann sich bei Hunden sehr unterschiedlich äußern. Manche infizierten Hunde bleiben über lange Zeit ohne erkennbare Krankheitszeichen, während andere eine Vielzahl unterschiedlicher Symptome entwickeln. Welche Beschwerden auftreten und wie schwer die Erkrankung verläuft, hängt unter anderem davon ab, welche Organe betroffen sind und wie das Immunsystem des Hundes auf die Infektion reagiert.
- Gewichtsverlust und vermindertes Allgemeinbefinden
- Appetitlosigkeit
- vergrößerte Lymphknoten
- Fieber
- blasse Schleimhäute
- Hautveränderungen, beispielsweise Schuppen, Krusten oder kahle Stellen
- Veränderungen der Krallen
- Augenveränderungen
- Gelenk- oder Bewegungsprobleme
- Erbrechen oder Durchfall
- vergrößerte Milz
- vermehrtes Trinken und Urinieren
Auch Veränderungen der Blutwerte können auf eine Erkrankung hinweisen. Dazu gehören beispielsweise Blutarmut, Veränderungen der weißen Blutkörperchen, erhöhte Eiweiß- bzw. Globulinwerte oder eine eingeschränkte Nierenfunktion. Protein im Urin und andere Veränderungen der Nierenfunktion sind bei der Leishmaniose besonders relevant, weil eine Nierenbeteiligung den weiteren Verlauf und auch die Ernährung beeinflussen kann.
Wichtig: Die Symptome sind nicht spezifisch für Leishmaniose und können auch bei zahlreichen anderen Erkrankungen auftreten. Bei entsprechenden Beschwerden – insbesondere bei einem Hund mit Aufenthalt oder Herkunft aus einem Risikogebiet – sollte deshalb tierärztlich abgeklärt werden, ob eine Leishmaniose vorliegt.
Wie wird Leishmaniose diagnostiziert?
Die Diagnose einer Leishmaniose ist nicht immer ganz einfach, denn die Beschwerden können sehr unterschiedlich sein und auch bei anderen Erkrankungen auftreten. Deshalb werden Vorgeschichte, klinische Untersuchung und verschiedene Laboruntersuchungen gemeinsam betrachtet.
Besonders wichtig ist die Information, ob der Hund aus einem Leishmaniose-Risikogebiet stammt oder sich dort aufgehalten hat. Auch wenn eine Infektion schon längere Zeit zurückliegt, kann sie erst später klinisch auffällig werden.
Für den Nachweis kommen unter anderem folgende Untersuchungen infrage:
- Antikörpertest (Serologie): Dabei wird untersucht, ob das Immunsystem Antikörper gegen Leishmania infantum gebildet hat. Vor allem bei erkrankten Hunden kann die Serologie wichtige Hinweise liefern.
- PCR: Mit einer molekularbiologischen Untersuchung kann Erbmaterial des Parasiten nachgewiesen werden. Je nach Untersuchung wird dafür beispielsweise Material aus Lymphknoten, Knochenmark, Milz oder Haut verwendet.
- Direkter Erregernachweis: In bestimmten Fällen können die Parasiten beispielsweise mikroskopisch in Gewebe- oder Zellproben nachgewiesen werden.
Dabei ist ein wichtiger Unterschied zu beachten: Der Nachweis einer Infektion und die Diagnose einer klinischen Leishmaniose sind nicht zwangsläufig dasselbe. Ein Hund kann infiziert sein, ohne aktuell krank zu wirken. Umgekehrt müssen Untersuchungsergebnisse immer zusammen mit den klinischen und labordiagnostischen Befunden bewertet werden.
Bei einem begründeten Verdacht können deshalb weitere Blut- und Urinuntersuchungen sinnvoll sein, unter anderem um festzustellen, ob bereits Organe – insbesondere die Nieren – betroffen sind. Diese Informationen sind später auch für die Beurteilung der geeigneten Behandlung und Ernährung wichtig.
Wie wird Leishmaniose behandelt?
Die Behandlung richtet sich danach, wie stark der Hund erkrankt ist und welche Organe betroffen sind. Ziel ist es, die Parasitenzahl zu reduzieren, die Krankheitszeichen zu verbessern und mögliche Folgeerkrankungen zu behandeln. Eine vollständige Eliminierung der Leishmanien gelingt in der Regel nicht. Die Erkrankung kann deshalb auch nach einer deutlichen klinischen Besserung wieder aufflammen und erfordert eine langfristige tierärztliche Begleitung.
Die wichtigsten Wirkstoffe:
| Wirkstoff | Funktion | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Allopurinol | beeinflusst den Purinstoffwechsel der Leishmanien und hemmt ihre Vermehrung | wird häufig langfristig eingesetzt; kann die Bildung von Xanthin-Kristallen und -Steinen begünstigen |
| Meglumine Antimoniate | wirkt gegen die Leishmanien | wird bei klinisch erkrankten Hunden eingesetzt, häufig zusammen mit Allopurinol |
| Miltefosin | wirkt gegen die Leishmanien | ebenfalls Bestandteil etablierter Behandlungsschemata, häufig in Kombination mit Allopurinol |
| Unterstützende Behandlung | behandelt Begleit- und Folgeerkrankungen | richtet sich unter anderem danach, ob beispielsweise die Nieren betroffen sind |
Welche Wirkstoffe eingesetzt und miteinander kombiniert werden, hängt vom individuellen Krankheitsbild und Schweregrad ab. Auch regelmäßige Blut- und Urinkontrollen gehören zur Behandlung, um den Verlauf und mögliche Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen.
Neben den etablierten Behandlungsmöglichkeiten werden auch Artemisinin und α-Bisabolol als unterstützende Behandlungsmethoden empfohlen. Beide Ansätze wurden von auf diesem Gebiet spezialisierten Tierärzten empfohlen und beruhen teilweise auf positiven praktischen Erfahrungen.
Artemisinin werden antileishmanielle und immunmodulierende Eigenschaften zugeschrieben.
α-Bisabolol wird insbesondere bei kutanen Veränderungen wie Hautkrusten und Krallenveränderungen äußerlich eingesetzt. Wenn solche ergänzenden Maßnahmen eingesetzt werden sollen, muss dies mit der behandelnden Tierärztin oder dem behandelnden Tierarzt abgestimmt werden.
Die Auswahl und Kombination von Medikamenten und ergänzenden Wirkstoffen gehört in tierärztliche Hände. Dieser Artikel informiert über mögliche Zusammenhänge, ersetzt aber keine tierärztliche Behandlung.
Welche Rolle spielt die Ernährung bei Leishmaniose?
Die Ernährung kann die Behandlung eines an Leishmaniose erkrankten Hundes sinnvoll unterstützen, sie kann die Infektion selbst jedoch nicht beseitigen. Entscheidend ist deshalb vor allem, den Hund trotz Erkrankung und Therapie bedarfsgerecht und ausgewogen zu versorgen.
Welche Fütterung geeignet ist, hängt dabei von der individuellen Situation ab. Medikamente wie Allopurinol, das Körpergewicht und der Ernährungszustand sowie mögliche Begleiterkrankungen – insbesondere eine Beteiligung der Nieren – können Einfluss auf die Zusammensetzung der Ration haben.
Eine pauschale „Leishmaniose-Diät“ gibt es daher nicht. Was für einen klinisch unauffälligen, infizierten Hund sinnvoll ist, kann bei einem erkrankten Hund unter Allopurinol oder mit eingeschränkter Nierenfunktion ganz anders aussehen.
Eine passende Ernährung ist damit kein Bestandteil der eigentlichen Leishmaniose-Therapie, sondern eine wichtige unterstützende Maßnahme, die an die jeweilige Situation angepasst werden sollte.
Warum spielen Purine und Allopurinol eine Rolle?
Purine sind natürliche Bestandteile von Zellen und kommen auch in der Nahrung vor. Beim Abbau von Purinen entstehen verschiedene Stoffwechselprodukte, darunter Xanthin und Harnsäure. Für die Leishmaniose ist dieser Stoffwechsel vor allem deshalb interessant, weil Leishmanien auf die Aufnahme und Verwertung von Purinen aus ihrer Umgebung angewiesen sind.
Genau hier setzt Allopurinol an: Der Wirkstoff ähnelt bestimmten Purinbausteinen und kann in den Purinstoffwechsel der Leishmanien eingeschleust werden. Dadurch wird der Stoffwechsel des Parasiten gestört und seine Vermehrung gehemmt. Allopurinol wird deshalb bei der Behandlung der caninen Leishmaniose häufig eingesetzt.
Für den Hund hat die Behandlung allerdings einen wichtigen Nebeneffekt: Allopurinol beeinflusst auch den körpereigenen Purinstoffwechsel. Dabei kann mehr Xanthin über den Urin ausgeschieden werden. Xanthin ist schlecht löslich und kann sich deshalb als Kristalle oder Harnsteine ablagern. Xanthin-Steine gehören zu den bekannten möglichen Nebenwirkungen einer längerfristigen Allopurinol-Behandlung.

Was sollte bei der Ernährung eines Leishmaniose-Hundes beachtet werden?
Bei der Fütterung eines Leishmaniose-Hundes geht es nicht darum, möglichst viele Lebensmittel zu vermeiden. Entscheidend ist vielmehr, die Ration an die individuelle Situation des Hundes anzupassen und trotzdem eine vollständige Nährstoffversorgung sicherzustellen.
Die Gesamtration im Blick behalten
Auch wenn bestimmte Futtermittel – beispielsweise aufgrund ihres Puringehalts – eingeschränkt werden müssen, sollte die Ernährung weiterhin bedarfsgerecht und ausgewogen sein. Energie, hochwertiges Protein, Mineralstoffe, Vitamine und essenzielle Fettsäuren müssen in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Gerade bei Hunden, die bereits Gewicht oder Muskulatur verloren haben, sollte eine unnötige Einschränkung der Fütterung vermieden werden. Was eine bedarfsgerechte Fütterung konkret bedeutet, erklären wir ausführlich in unserem Artikel Bedarfsdeckend füttern.
Protein nicht einfach reduzieren
Eine häufige Fehlannahme ist, dass bei Leishmaniose grundsätzlich möglichst wenig Eiweiß gefüttert werden sollte. Das lässt sich so nicht pauschal sagen. Protein ist für den Erhalt von Muskulatur und Körperfunktionen wichtig. Entscheidend sind vielmehr die Qualität und Menge der Proteinquellen und – insbesondere unter Allopurinol – deren Puringehalt.
Welche Proteinquellen geeignet sind und welche Lebensmittel besonders viele Purine enthalten, schauen wir uns ausführlicher im separaten Artikel „Purinarme Fütterung beim Hund“ an.
Auch Leckerchen und Kauartikel berücksichtigen
Bei einer purinbewussten Ernährung sollte nicht nur die Hauptmahlzeit betrachtet werden. Leckerchen, Kauartikel und kleine Extras können ebenfalls zur täglichen Purinzufuhr beitragen. Gerade wenn ein Hund regelmäßig Allopurinol erhält, lohnt sich deshalb ein Blick auf die gesamte Fütterung.
Ausreichend Flüssigkeit
Eine gute Flüssigkeitsversorgung ist bei Hunden unter Allopurinol besonders wichtig, weil sich bei dieser Behandlung Xanthin-Kristalle und -Steine bilden können. Eine ausreichende Wasseraufnahme trägt dazu bei, den Urin zu verdünnen.
Bei Hunden, die wenig trinken, kann beispielsweise wasserreiches Futter oder zusätzliches Wasser im Futter helfen, die Flüssigkeitsaufnahme zu erhöhen. Auch hier sollte die individuelle Situation des Hundes berücksichtigt werden.
Wenn auch die Nieren betroffen sind
Bei einer Leishmaniose können auch die Nieren betroffen sein. Deshalb gehören regelmäßige Kontrollen von Nierenwerten und Urin zur wichtigen Verlaufskontrolle.
Ist die Nierenfunktion eingeschränkt, muss auch die Ernährung entsprechend angepasst werden. Eine purinarme Fütterung ist dabei nicht automatisch eine geeignete Nierendiät – entscheidend ist immer, welche Veränderungen tatsächlich vorliegen und welche Nährstoffanpassungen der Hund benötigt.
Da die Ernährung bei eingeschränkter Nierenfunktion ein eigenes, umfangreiches Thema ist, planen wir dazu einen separaten Artikel, in dem wir genauer auf die passende Fütterung eingehen.
Kann man Leishmaniose verhindern?
Eine Infektion lässt sich nicht mit absoluter Sicherheit verhindern. Das Risiko kann jedoch deutlich reduziert werden – vor allem durch einen wirksamen Schutz vor Sandmücken. Insbesondere in Regionen, in denen Leishmaniose vorkommt, sollte der Hund während der Aktivitätszeit der Sandmücken mit einem geeigneten Repellent bzw. Insektizid mit nachgewiesener Wirksamkeit gegen Sandmücken geschützt werden. Bei Reisen in ein Risikogebiet sollte der Schutz bereits vor dem ersten möglichen Kontakt mit Sandmücken beginnen, da manche Präparate einige Tage Vorlauf benötigen.
Zum Schutz vor Sandmücken eignen sich insbesondere zugelassene Repellent-Präparate für Hunde, beispielsweise als Spot-on oder als spezielles Halsband. Welches Präparat geeignet ist, hängt unter anderem von Aufenthaltsort, Expositionsdauer und dem individuellen Hund ab. Wichtig ist, dass das Präparat ausdrücklich für den Hund zugelassen ist und eine nachgewiesene Wirkung gegen Sandmücken besitzt.
In Europa stehen inzwischen auch Impfstoffe gegen Leishmaniose beim Hund zur Verfügung. Sie können als ergänzende Maßnahme innerhalb eines umfassenden Schutzkonzepts in Betracht gezogen werden.
Wichtig: Die Leishmaniose-Impfung verhindert nicht die Infektion mit Leishmania infantum. Sie kann vielmehr dazu beitragen, das Risiko zu verringern, dass sich nach einer Infektion eine klinische Erkrankung entwickelt. Die Impfung ist nur für gesunde, zuvor negativ getestete Hunde vorgesehen. Welche Impfung geeignet ist und ob sie für den jeweiligen Hund infrage kommt, sollte mit der behandelnden Tierärztin oder dem behandelnden Tierarzt besprochen werden.
Häufige Fragen
Kann ein Hund Leishmaniose haben, obwohl er völlig gesund wirkt?
Ja. Ein Hund kann mit Leishmania infantum infiziert sein, ohne jemals erkennbare Krankheitssymptome zu entwickeln. Andere Hunde erkranken dagegen erst Monate oder sogar Jahre nach der Infektion. Ein positiver Nachweis bedeutet deshalb nicht automatisch, dass der Hund aktuell krank ist.
Kann mein Hund trotz Leishmaniose normal alt werden?
Ja. Viele Hunde können mit einer gut eingestellten Leishmaniose noch viele Jahre leben. Die Prognose hängt allerdings stark davon ab, wie früh die Erkrankung erkannt wird, wie schwer sie ausgeprägt ist und ob bereits Organe – insbesondere die Nieren – betroffen sind. Eine konsequente Behandlung und regelmäßige tierärztliche Kontrollen sind deshalb entscheidend.
Ist Leishmaniose heilbar?
Eine vollständige Beseitigung des Erregers gelingt bei infizierten Hunden in der Regel nicht. Mit einer geeigneten Behandlung können die Krankheitszeichen jedoch häufig deutlich verbessert und die Erkrankung langfristig kontrolliert werden. Auch wenn ein Hund klinisch wieder gesund wirkt, können die Parasiten im Körper verbleiben – deshalb sind regelmäßige Kontrollen wichtig.
Muss ein Hund mit Leishmaniose lebenslang Medikamente bekommen?
Nicht unbedingt. Wie lange ein Hund Medikamente benötigt, hängt vom Krankheitsverlauf, dem Ansprechen auf die Behandlung und dem individuellen Gesundheitszustand ab. Allopurinol wird häufig über einen längeren Zeitraum eingesetzt, kann aber unter bestimmten Voraussetzungen nach tierärztlicher Beurteilung reduziert oder abgesetzt werden. Auch wenn ein Hund keine Symptome mehr zeigt, sollte die Behandlung nicht eigenständig beendet werden. Regelmäßige tierärztliche Kontrollen sind wichtig, um den weiteren Verlauf zu beurteilen.
Kann ein Hund mit Leishmaniose gegen andere Krankheiten geimpft werden?
Grundsätzlich können auch Hunde mit Leishmaniose weiterhin gegen andere Infektionskrankheiten geimpft werden. Ob und wann eine Impfung sinnvoll ist, hängt aber vom aktuellen Gesundheitszustand, der Behandlung und dem individuellen Infektionsrisiko ab. Bei einem klinisch erkrankten oder gesundheitlich nicht stabilen Hund sollte der Impfzeitpunkt mit der behandelnden Tierärztin oder dem behandelnden Tierarzt abgestimmt werden. Auch die üblichen Impfungen sollten deshalb nicht einfach dauerhaft weggelassen werden.
Kann ich mit meinem Hund mit Leishmaniose in ein Mittelmeergebiet reisen?
Grundsätzlich ja. Allerdings sollte man bedenken, dass der Hund dort erneut Sandmücken ausgesetzt ist. Ein konsequenter Sandmückenschutz ist deshalb besonders wichtig – nicht nur, um den eigenen Hund vor weiteren Stichen zu schützen, sondern auch, um das Risiko zu verringern, dass eine Sandmücke den Erreger von einem infizierten Hund auf einen anderen Hund überträgt.
Bei einem erkrankten Hund sollte eine Reise außerdem mit der behandelnden Tierärztin oder dem behandelnden Tierarzt abgestimmt werden, insbesondere wenn die Erkrankung noch nicht stabil ist oder regelmäßige Kontrollen erforderlich sind.
Fazit
Leishmaniose ist eine komplexe Erkrankung, die bei Hunden sehr unterschiedlich verlaufen kann. Eine Infektion bedeutet nicht automatisch, dass ein Hund krank wird – und auch ein erkrankter Hund kann mit einer passenden Behandlung und guter Betreuung noch viele Jahre leben.
Die Ernährung kann die tierärztliche Behandlung sinnvoll unterstützen, sollte aber immer an den individuellen Gesundheitszustand des Hundes angepasst werden. Besonders unter einer Behandlung mit Allopurinol spielt die Purinzufuhr eine wichtige Rolle, während bei einer Nierenbeteiligung weitere Anpassungen notwendig werden können.
Eine spezielle „Leishmaniose-Diät“ gibt es deshalb nicht. Entscheidend ist eine bedarfsgerechte Ernährung, die Medikamente, Organfunktion und den individuellen Bedarf des Hundes berücksichtigt.
Hinweis
Die Informationen in diesem Artikel dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden oder schweren Beschwerden sollte dein Hund tierärztlich untersucht werden.
